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18-jährige Springreiterin gewinnt den Großen Preis von Hohenseeden

Aus Hohenseeden berichtet Falk Heidel

 

Nele Hollberg aus dem brandenburgischen Klein Kreuz gewinnt den Großen Preis von Hohenseeden. Zwei Tage lang veranstaltete der dortige Reitverein sein traditionelles Turnier mit insgesamt 600 Starts in den Disziplinen Springen und Dressur.

Turnierfinale am Sonntagnachmittag im strahlenden Sonnenschein vor 300 Zuschauern: 18 Reiter-Pferd-Paare wollen bei einem Springen der mittelschweren Klasse mit Stern den Großen Preis von Hohenseeden gewinnen. Zum Parcours mit Hindernissen bis zu 1,25 Meter Höhe gehören 16 Sprünge, darunter je eine dreifache und eine zweifache Kombination.

Philip Kremer vom RV Ihleburg belegt Platz drei beim Großen Preis von Hohenseeden. Fotos: Falk Heidel/Alpha-Report
Philip Kremer vom RV Ihleburg belegt Platz drei beim Großen Preis von Hohenseeden. Fotos: Falk Heidel/Alpha-Report

Nach dem ersten Umlauf haben sich fünf Starter mit einer Null-Fehler-Runde fürs Stechen qualifiziert. Darunter Philip Kremer vom RV Ihleburg, Igor Yakusha (RV Hohenseeden) und Gerald Golze vom RV Gehrden. Gewonnen hat die einzige Amazone im Stechen, Nele Hollberg, mit einer halben Sekunde Vorsprung auf den Zweitplatzierte Michel Jöde aus Wolmirstedt. Die jetzt 18-jährige Hollberg war vor zwölf Monaten erstmals in Hohenseeden am Start, „aber lediglich mit einem Pony beim A-Springen“, wie sie bei der Siegerehrung sagte. Aber es war auch nicht das erste M-Springen, dass sie im Sattel ihres neunjährigen Wallachs Chadico gewonnen hat. Eine Woche vor dem Hohenseedener Turnier startete sie noch beim Preis der Besten in Warendorf. Sie gehört zum brandenburgischen Landesjugendkader der Springreiter. Außer ihr waren auch Jöde und Kremer im Stechen fehlerfrei unterwegs - und alle drei innerhalb einer Sekunde im Ziel: „Was soll’s, die Beste hat gewonnen“, sagte Philip Kremer.

Eine goldene Siegerschleife für Christina Röll vom Wörmlitzer SV.
Eine goldene Siegerschleife für Christina Röll vom Wörmlitzer SV.

Igor Yakusha weiß, wie sich ein Sieg beim Großen Preis von Hohenseeden anfühlt. Allerdings lief es in diesem Jahr nicht optimal für ihn. Im Stechen hatte er die schnellste Zeit, jedoch verhinderte ein Abwurf nach leichter Berührung der Stange vom ersten Hindernis den Sieg im Sattel seines elfjährigen Wallachs „Cellestial von Braun“. Ein ähnliches Missgeschick ereilte ihn auch im L-Springen direkt davor, als er nach wiederum schneller Runde am Zielkorridor vorbei ritt. Gewonnen hat diese Prüfung Christina Röll vom Wörmlitzer SV. Nachdem sie tags zuvor bereits einen zweiten Platz im M-Punktespringen hinter dem Sieger Dirk Holländer eingefahren hatte, holte sie sich am Sonntag die goldene Schleife auf Larina B und sagte bei der Siegerehrung: „Es läuft gut, ich kann mich nicht beklagen.“

Vorbereitet und organisiert hat Vereins-Chefin Dorthe Holzschuh das Turnier mit Unterstützung von etwa 20 Vereinsmitgliedern. Insgesamt zählt der Verein 40 Mitglieder. Zehn von ihnen waren auf den Turnierplätzen auch als Sportler dabei. Sie sagte: „Mit den gut 600 Starts geht die Teilnehmer-Tendenz wieder nach oben.“ Gefreut hat sich die Vorsitzende zudem über die vier Hohenseedener Starter beim Führzügel-Wettbewerb, Anna-Luna Hintze, Rieke Rümschüssel, Charlotte Rehberg und Emelina Rothenspieler. Gewonnen hat Käthe Nyenhuis aus Schönhausen. Mit der zweitplatzierten Clea Leppin und Malia Glaubatz hatte der RV Eichberg Schlagenthin zwei junge Reitsporttalente im Wettbewerb.

Tim Reichelt von RV Königsborn gewinnt in Hohenseeden ein Zweisterne-A-Punktespringen.
Tim Reichelt von RV Königsborn gewinnt in Hohenseeden ein Zweisterne-A-Punktespringen.

Stichwort junge Talente: Beim Stilspringen mit erlaubter Zeit am Sonntag zogen die Wertungsrichter eine begehrte 8,0 Carlotta Antonida Jeske im Sattel von Wallach Claudius. Die junge Reiterin aus Helmsdorf gewann die Prüfung vor Paula Hauke aus Stendal, Laura Otto vom RFV Oschersleben, Ella Langkopf (Königsborn) und Jasmin Zietlow aus Gehrden, die allesamt Noten von 7,5 und besser erhielten. Übrigens: Alle 17 jungen Reiter, die in dieser Prüfung gewertet wurden, sind weiblich. Das bestätigt eine Gesamttendenz im Nachwuchs-Reitsport.

Zu den größten Reitsporttalenten im Jerichower Land gehört Tim Reichelt vom RV Königsborn. Vor einer Woche war er Teilnehmer des renommierten Nachwuchs-Reitturniers „Preis der Besten 2026“ auf dem Bundesstützpunkt in Warendorf. Er startete in der Children-Tour mit dem Pferd Mon Amie B sowie bei den Ponys mit Melly 27. Herausgekommen ist eine starke Platzierung im Mittelfeld in der Gesamtwertung aus zwei M-Springen unter den erfolgreichsten deutschen Springreitern seiner Altersklasse.

Der 14-Jährige gewann in Hohenseeden die zweite Abteilung eines Zweisterne-A-Punktespringens auf Jaantje vor Laura Loehrke vom RV Ihleburg. Sieger der ersten Abteilung ist Femke Fokker, ebenfalls vom RV Königsborn. 

Unter den 23 Wettbewerben des Wochenendes waren insgesamt acht Dressur-Prüfungen. Siegerin der sonntäglichen L-Dressur ist Luise Niebel aus Kremkau vor Annemarie Matziol, die für den RFV Oschersleben startet, und Carlotta Vollstädt vom RV Königsborn auf Rang drei. Mit guten Leistungen knapp an einer Platzierung vorbei geritten sind Lisa Fricke (RV Ihleburg), Lara Blötz (RV Königsborn), Yessica Schröder (RV Ihleburg) und Carmen Stieger vom RV Jerichow-Steinitz.

Mit Startern aus den Niederlanden, der Schweiz, Ukraine und Georgien war das Hohenseedener Turnier international.

 

 

Das Alpha-Report-Video vom Reitsportturnier

Fotoserie vom Turnier-Wochenende

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