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Justus Buch: Junger Sportler auf dem Weg nach oben

Für euch berichtet Falk Heidel

 

Justus Buch gehört zu den hoffnungsvollen Talenten des deutschen Dressursports. Seine Leistungen auf Pony „Sweet Sin“ sowie einem Sportpferd namens „Der kleine Prinz“ sind kürzlich auch den entsprechenden Bundestrainern aufgefallen. Zum Ende des vergangenen Jahres hat der elfjährige Schüler vom SV Eintracht Grabow im Jerichower Land bedeutende Schritte auf Bundesebene absolviert. Bei der Albedyll-Children-Serie belegte er in Prussendorf zwei zweite Plätze - als einer der jüngsten Starter. Um sich für dieses Turnier zu qualifizieren, mussten die Teilnehmer zuvor einen Sichtungslehrgang in Berlin-Karlshorst absolvieren und von Bundestrainerin Caroline Roost nominiert werden.

Seit mehr als drei Jahren arbeitet Landestrainerin Nadine Güssow mit Justus Buch - zunächst im Förder- später im Landeskader. Sie sagt: „Er reitet trotz seiner Jugend bereits sehr erwachsen. Er arbeitet ruhig und fokussiert, hat einen tollen Draht zu seinen Pferden.“ Viermal pro Jahr absolvieren Justus und seine Mitstreiter vom Landesnachwuchskader einen Lehrgang mit ihrer Landestrainerin. Zudem nimmt er auch private Trainingsstunden bei ihr.  

Kurz nach Prussendorf folgte die nächste große Herausforderung bei einem Sichtungslehrgang zum Bundesnachwuchs-Championat in der Pferdehauptstadt Warendorf im Münsterland. Hier wurden die jungen Pony-Dressurreitsportler bis 14 Jahre aus allen Teilen der Republik als Perspektivkandidaten an die deutschen Meisterschaften herangeführt. Von den 40 Teilnehmern hat Bundestrainerin Cornelia Endres die Hälfte für das nächste Level in Darmstadt nominiert. Bevor es soweit war, mussten beziehungsweise durften die jungen Sportler einige Aufgaben auf L-Niveau reiten. „Bewertet wurden unter anderem der Sitz und die Harmonie zwischen Pferd und Reiter“, erzählt Mutter und Trainerin Susan Buch. Die Leistungen an zwei Lehrgangstagen wurden von Richtern bewertet und vom Trainerstab per Video analysiert. Mit einer großen Portion Unbekümmertheit hat Justus die Hürde Warendorf genommen - er gehörte zu den 20 Darmstadt-Nominierten. Und was ist für Justus ansonsten von der Warendorf-Premiere geblieben? „Natürlich ein Selfie mit Halla.“ Die Wunderstute Halla ist auf dem Gelände des Gestüts mit einer lebensgroßen Bronzestatur verewigt. Sie hat ihren (verletzten) Reiter Hans-Günther Winkler 1956 zum Olympiasieg getragen. Zudem hat das Paar mehrere WM-Titel gewonnen.

„Das Niveau in der Festhalle war extrem hoch!“ So beschreibt Susan Buch das Darmstädter Turnier mit den besten Vertretern der deutschen Dressur-Jugend im Dezember. Und auch Justus meinte: „Ganz schön hartes Pflaster. Zumal Sweet Sin einen Moment gebraucht hatte, um sich an die ungewohnte Glitzer-Atmosphäre in der Halle zu gewöhnen.“ Aber auch davon hat sich der Gymnasiast vom Dorfe im Kreise der Elite nicht aus der Ruhe bringen lassen. Nach den beiden Wettkampftagen hatte er sich im Mittelfeld platziert - mit einer deutlichen Steigerung am zweiten Turniertag. Susan Buch: „Wir sind mehr als zufrieden, dass wir es bis dahin geschafft haben.“ Seit zwölf Jahren ist dies keinem Dressursportler aus Sachsen-Anhalt gelungen.


Wenn Justus nicht als Ponyreiter unterwegs ist, sitzt er im Sattel von „Der kleine Prinz“ und reitet in der Children-Tour, unter anderem beim Prussendorfer Finale der schon erwähnten Albedyll-Children-Serie. Nach einem zweiten Platz in der Einlaufprüfung gewann er das Finale souverän - in einem Starterfeld, das  mit mehreren Teilnehmern der Deutschen Meisterschaft 2020 extrem stark besetzt war. Justus’ Erfolge in der Children-Tour sind eine echte Familienleistung. „Der kleine Prinz“ wurde von seinem Großvater gezüchtet und steht in Besitz und Ausbildung seiner Mutter Susan. Auch„Sweet Sin“ ist ein Zuchtprodukt aus dem Jerichower Land, die zwölfjährige Ponystute gehört der Genthiner Zuchtgemeinschaft Uwe und Nicole Sturm. Über das Pferd sagt Susan Buch: „Sie ist dreijährig zu uns gekommen, eine Kämpfernatur, die für ihren Reiter alles gibt.“ Unter Susan Buch war die Stute bereits bis M** platziert.

Der Reitsport bestimmt den Tagesablauf von Justus Buch: „Im Schnitt trainiere ich fünfmal pro Woche.“ Susan Buch sagt über ihren Sohn: „Er gehört zu den strukturierten Menschen, die sich selbst organisieren können.“ Das gilt auch für seine ersten Versuche als Springreiter - unterstützt von Vater Matthias, einst selbst ein erfolgreicher Springreiter. Gleich zwei A-Springen absolvierte Justus im Rahmen der Pferdewoche in Wörmlitz. Mutter Susan: „Mir war nicht wohl dabei, ich konnte kaum hinschauen.“ Aber auch diese Prüfungen hat Justus locker absolviert. Für das neue Jahr hat er sich ein großes Ziel gesetzt: „Ich möchte an den deutschen Meisterschaften teilnehmen.“ Nadine Güssow meint: „Seine Chancen stehen nicht schlecht.“

Bleibt neben Schule und Reitsport noch Zeit für andere Hobbys? Kaum! Es kommt vor, dass der Elfjährige seine Familie mit Koch- und Backkünsten überrascht. Zum Repertoire gehören Muffins ebenso wie eine Nintendo-Switch-Torte. Auch in dieser Kategorie gehört Justus Buch zu den hoffnungsvollen Talenten.

 

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