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Jengteng Helau: 50 Jahre GCC mit Kopfschüssen und knackigem Gardetanz

Für euch berichtet Falk Heidel

 

Jengteng Hellau: Der GCC ist 50 Jahre alt - und doch so jung wie nie zuvor. Mit einem dreistündigen Programm im Lindenhof feierte der Genthiner Carneval Club seine Jubiläums-Saison mit Witz, Charme und jugendlicher Frische. 

 

Bernhard Horn steht mitten im Raum und dirigiert das große Finale der GCC-Show im Lindenhof mit insgesamt 56 Darstellern aus den Bereichen Gesang, Tanz und Sketch. Wie von den „Kopfschüssen“ in musikalischer Tradition angekündigt, steht der Saal in Flammen. Drei Stunden zuvor eröffnete GCC-Präsidentin Ulrike Paul mit ihren Tänzerinnen den Galabend in Genthins verbliebener Spielstätte. In der Zeit dazwischen erlebte das Publikum einen bunten Abend mit mehreren Tanzbeiträgen, die den Vergleich mit den kabarettistischen Hochburgen im Rheinland nicht scheuen müssen. Dazu gehörten ein klassischer Gardetanz (Choreografie Mandy Göbel) und ein spritziges Abba-Medley. Und wenn die Lindenhof-Bühne für manchen Auftritt zu klein geraten ist, dann tanzen sie halt zwischen den Zuschauer-Reihen weiter. 

Knackiger Männertanz beim GCC. Fotos: Falk Heidel/Alpha-Report
Knackiger Männertanz beim GCC. Fotos: Falk Heidel/Alpha-Report

Was die Moderatoren Nicole Dittler und Jens Rohland als GCC-Tanzgruppen präsentierten, sind im wirklichen Leben die Ice-Cream-Dancer aus Parey. Das gilt auch für Sängerin Tina Stollberg, die mit Manfred Göbel und Colin Grund das Gesangs-Trio namens Kopfschüsse bildete. 

Seit Jahrzehnten starten sie mit ihrem Evergreen „Wir tanzen bis die Füße qualmen und der Saal in Flammen steht…“ in das abendliche Showspektakel des GCC-Karnevals. Die deutsche Schlagerwelt hatte in den 70er Jahren die Gebrüder Blattschuss („Kreuzberger Nächte sind lang“) und Genthin die Gebrüder Kopfschuss mit Wolfgang Fischbach, Joachim Ryssmann und Manfred Göbel in der Urbesetzung. Über die Jahre trällerte die Truppe in wechselnder Besetzung ihren Eröffnungs-Song: Geblieben ist nur noch Manni Göbel, einer der Gründungsmitglieder des GCC im Jahr 1976. Danach gehörte er sechs Jahre lang zum zweiten Genthiner Karnevalsverein, dem CCW, bevor er 1982 zum GCC zurückkehrte. Eines seiner Lieder am Jubiläumsabend erzählte die Geschichte des GCC von den Anfänger im Kreiskulturhaus (auch Volksgarten genannt) über die Spielstätte Haus der Werktätigen (später in Stadtkulturhaus umgetauft) bis zum Lindenhof. Ähnlich der von Göbel verlief auch die GCC-Laufbahn von Bernhard Horn (75). Er kam über die Anfänge beim CCW 1980 zum GCC. Seit Jahrzehnten ist er Programm-Regisseur, will den Staffelstab aber schrittweise an die nächste Generation weitergeben.

Drei freche Gören in der Bütt: Finja Handtke, Lia Ahlers und Julia Unglaub.
Drei freche Gören in der Bütt: Finja Handtke, Lia Ahlers und Julia Unglaub.

Und tatsächlich hat eben jene neue Generation gezeigt, was sie aufm Kasten hat. Beispielsweise Carolin Ahlers, die als Büttenrednerin Beate ohne Bütt den witzigsten Beitrag des Abends ablieferte. Ebenfalls klasse: Julia Unglaub, Finja Handtke und Lia Ahlers als freche Gören mit politisch-satirischen Spitzen. Minutenlangen Applaus gab es für die Männertanzgruppe und für den Beitrag der Kinderclowns Evelin und Elisabeth mit einem Song, der zu Herzen ging. Zur GCC-Tradition gehören die Schweißgirls. Neu hingegen war ein umjubelter Gastbeitrag der Genthiner Brassband.

Allerdings: Nicht wenige Besucher hätten sich außer einem Sketch zu Kowalskis Goldener Hochzeit (mit Yvonne Brien und Stefan Kroll in den Hauptrollen) einen karnevalistischen Blick in die GCC-Geschichte gewünscht. Einen kleinen Rückblick auf Zeiten, als der GCC noch bissig über die Genthiner Kommunalpolitik und ihre Protagonisten gelästert hat. Dafür standen Akteure wie Rita Barz, Michael Schremmer, Bernhard Horn, Kerstin Haase oder Simone Wirth. Eine ganze Reihe weiterer Darsteller prägten die GCC-Historie wie Dagmar Liebscher als Kleene Marlene, Moderator Christian Granitzki, die Tanzgruppe Impuls oder Wolfgang Fleischer, der dem Verein 40 Jahre lang als Präsident vorstand, um nur einige Beispiele zu nennen.

Es bleibt die wichtigste Erkenntnis des Jubiläums-Abends: Der GCC hat sich erfolgreich für die Zukunft aufgestellt. Dafür sogen die Vorstand um Präsidentin Ulrike Paul sowie Carolin Ahlers und Cortina Klunter. Jengteng Helau - auf die nächsten 50 Jahre.

 

 

Vier Fragen an GCC-Regisseur Bernhard Horn

Mitten im Lindenhof dirigiert Bernhard Horn das große Finale des GCC.
Mitten im Lindenhof dirigiert Bernhard Horn das große Finale des GCC.

Bernhard, wie war dein Weg zum Karneval?

Horn: Meine Karnevalslaufbahn begann im Waschmittelwerk beim CCW. Meine damalige Freundin und heutige Frau war dort Tänzerin. Irgendwann fragte mich dann jemand, ob ich nicht auch etwas zum Programm am Tag des Chemiearbeiters beisteuern kann.

 

Wie kam es dann zum Absprung Richtung GCC?

Horn: Naja, damals gab es beim CCW sehr strenge Regularien. Ich wollte einen anderen Fasching, mehr Show, mehr Glitzer. Da passte es, das mich mein Freund Wolfgang Fleischer für den GCC angeworben hat. Hier konnte ich mich besser verwirklichen.

 

Dort hast du Jahrzehnte lang Programme geschrieben und Regie geführt?

Horn: Ja, das hat sich im Laufe der Jahre so entwickelt. Ich bin da quasi reingewachsen. Aber mit 75 Jahren möchte ich mich Schritt für Schritt zurückziehen, den Staffelstab weitergeben. Zum Glück gibt es genug talentierten Nachwuchs. 

 

Welche deiner Mitstreiter bleiben besonders in Erinnerung?

Horn: Ach, da gibt es einige. Als erstes fällt mir Rita Barz ein. Sie war ein komödiantisches Naturtalent. Wir waren beide gleichermaßen kreativ, manchmal haben wir Nächte lang an den Programmen gearbeitet. Ich kann hier nicht alle nennen. Aber Leute wie Wolfgang Fischbach und Achim Ryssmann haben die Genthiner Karneval geprägt, ihre Spuren hinterlassen.

 

 

Bildergala 50. Saison des GCC im Lindenhof

Unser Video vom großen Ausmarsch im Lindenhof

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