Aus Genthin berichtet Falk Heidel
Es ist sehr viel mehr als eine Senioren-Residenz: Das Haus „Georg Stilke“ feiert 30 Jahre am Standort Genthin. Einrichtungsleiterin Iris Krause blickte mit ihren Gästen zurück auf die Geschichte dieser Einrichtung mit den Wurzeln im Herrenhaus Ringelsdorf.
Es war ein emotionaler Vormittag in der Senioren-Residenz an der Genthiner Einsteinstraße, die Volkssolidarität-Habilis-Geschäftsführer Tino Rumpel als „kleines Hotel“ bezeichnete. Habilis ist Träger der Einrichtung mit 96 Einwohnerplätzen, allesamt Einzelzimmer. Hinzu kommen 24 sogenannte Service-Wohnungen. 80 Mitarbeiter kümmern sich Tag und Nacht um Bewohner und Gäste, inklusive hauseigener Küche, Sauna, einem Restaurant (das diesen Namen tatsächlich verdient), sowie Kaminzimmer, Wintergarten, Bewohnerwerkstatt, Kiosk und Sportraum.

Aktuell gehören sechs Pflegeazubis nach den Worten von Rumpel zu einem Team, das „sehr harmonisch und professionell von Iris Krause geleitet wird." Dementsprechend war ihre Ansprache sehr emotional, voller Hingabe und Empathie: „Wir haben vor 30 Jahren mit wenigen Standards begonnen. Im Laufe der Zeit sind sehr viele hinzu gekommen. Heute sind wir sehr stolz darauf, was wir Tag für Tag mit und für unsere Bewohner leisten.“ Ein Mitarbeiter sagte über seine Chefin zum Alpha-Report: „Sie schafft es immer wieder, ihr Team mit vielen frischen Ideen mitzureißen.“ 2,7 Millionen Euro hat Habilis bisher in das Haus investiert. Geschäftsführer Rumpel: „Wir werden auch in Zukunft investieren.“ Verpächter ist die Stadt Genthin, die das Haus unter Bürgermeister Wolfgang Bernicke 1988 als Plattenbau errichtet hatte.
Nach Genthin umgezogen sind die Senioren 1996 aus ihrem Heim in Ringelsdorf. Pflegedienstleiterin Karin Grasenack kann sich noch bestens erinnern: „Es war eine riesige logistische Herausforderung, die alle gemeinsam bestens gemeistert haben. 80 Bewohner hatten seinerzeit ihre Sachen eingepackt.“ Iris Krause: „In all den Jahren haben viele Mitarbeiter gemeinsam Sorge getragen, dass alle Zahnräder in diesem großen Uhrwerk der Altenpflege ineinander greifen.“
Landrat Steffen Burchhardt: „Man spürt, dass die Menschen hier mit Herz und Leidenschaft ihre Arbeit tun. Zudem spricht es für die Belegschaft, sich in vielen Facetten nach außen zu öffnen.“ Tatsächlich hat sich das Genthiner Stilke-Haus zu einem Kulturzentrum entwickelt. Hier proben Frauen- und Männerchor. Auch sind die Chantys aus Gerwisch häufiger zu Gast, ebenso die Schweißgirls vom GCC, die Lindenblüten-Tänzerinnen und die Donnerstagsmaler. Die Senioren dürfen bei allen Proben zuschauen.
Bedankt hatte sich Iris Krause bei allen Partnern des Hauses, Handwerkern, Freunden, beim Bewohnerbeirat und bei der Georg-Stilke-Stiftung. Deren Vorsitzender Marc Cremer Thursby sagte zu den Genthinern: „Diese Senioren-Residenz hat eine ganz besondere Atmosphäre. Die Kooperation mit Ihnen ist für uns etwas ganz Besonderes.“
Die Georg-Stilke-Stiftung ist eine in Hamburg ansässige gemeinnützige Vereinigung, die insbesondere Projekte im Bereich der Altenhilfe fördert. Die Familie Stilke war bis 1945 Eigentümer des Ringelsdorfer Schlosses, das 1912 erbaut wurde. Über verwandtschaftliche Beziehungen mit der Familie von Ostau war das Gut Ringelsdorf in den Stilke-Besitz gekommen. Georg Stilke war Verleger und Buchhändler in Hamburg. Seine Frau Karin hatte sich in den 30er und 40er Jahren als Fotomodell in Berlin einen Namen gemacht. Sie gründete in der 90er Jahren eine Stiftung, deren Erlös alten Menschen ohne Vermögen zu Gute kommen soll. Das Genthiner Stilke-Heim kam seither mehrfach in den Genuss von Zuwendungen aus dieser Stiftung.





Bildergalerie vom Empfang in der Seniorenresidenz
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