Aus Burg berichtet Falk Heidel
Probier dich aus - mach was draus: Die 22. Berufsorientierungsmesse in der Burger Berufsschule ist ein Event mit 70 Ausstellern, 1200 Besuchern und jede Menge spannender Fakten. Davon hat der Alpha-Report viele Details eingesammelt.
Auf dem großen Tisch in der Kreativwerkstatt haben die Forstwirte diverse Werkzeuge und mehrer Baumscheiben ausgelegt. Was ist das für ein Baum? Eine Eiche vielleicht oder doch eine Buche. Nicht selten lagen die jungen Besucher deutlich daneben. Macht nichts, alles ist erlernbar. Was Forstwirtschafts-Lehrlinge in der Ausbildung gelernt haben, zeigten sie am Action-Stand auf dem Schulhof. Wie es sich auf einer Messe gehört, gab es reichlich zu Essen und zu Naschen. Zum Beispiel heiße Entenhappen am Wiesenhofstand.

„Mein Gott, wie die Zeit vergeht“, sagte Schulleiter Marco Dominé bei der Begrüßung. „Ich kann mich noch bestens an die erste Auflage erinnern.“ Ein Kompliment richtete der Chef an seine Stellvertreterin Susanne Röver: „Sie hat die Veranstaltung konzeptionell erstellt und auf sehr hohem Niveau vorbereitet.“ Röver sagte wiederum: „Wir wollten die Messe für die Schüler so interessant wie möglich gestalten. Viele Aussteller haben nicht nur ihre Auszubildenden mitgebracht, sondern auch Equipment, damit sich die künftigen Lehrlinge ausprobieren können.
Ein Beispiel dafür lieferte Sibau Genthin in einem Raum gleich neben der Kreativwerkstatt. Ausbilder Wolfgang Bathe beeindruckte seine Besucher mit praktischen Übungen rund um das Thema Metallbau, inklusive Schweißtechnik. Bathe bildet seit 1997 junge Menschen zu Konstruktionsmechanikern aus: „Alle haben in dieser Zeit ihre Gesellenprüfungen bestanden.“ Doch jetzt ist Schluss - Bathe verabschiedet sich in den kommenden Tagen in den Ruhestand.
Rund um das Thema Metall ging es auch am Stand der Wiegel Parey GmbH. Alles was man zu Themen wie Gittermastbau, Infrastrukturtechnik, Stahlbau oder Montage/Wartung wissen muss, erklärte den jungen Besuchern ein Team um Jennifer Frenzel. Wiegel ist ein Familienunternehmen, das 1950 von Hans Wiegel gegründet wurde und damals in einer kleinen Schmiede begann. Als Teil dieser Unternehmensgruppe feierte Wiegel Parey im vergangenen Jahr 30-jähriges Bestehen und dazu zehn Jahre am Standort Redekin.

„Wir sehen eine beachtliche Palette an Berufen“, sagte Vizelandrat Stefan Dreßler beim offiziellen Messerundgang. Gemeinsam mit Burgs Bürgermeister Philipp Stark musste er in der Pflegeschule ein Rätsel mit medizinischem Schwerpunkt lösen. Ergebnis: Mit Bravour bestanden! Überhaupt hatten sich die Betriebe und Ausbildungsklassen aus dem Pflegebereich viele kreative Mitmachaktionen einfallen lassen. Angela Smith sagte: „Zu unseren Aufgaben gehört es, junge Menschen aus den Pflegeberufen in der Region zu halten.“
An der Burger Berufsschule „Conrad Tack“ absolvieren aktuell 1400 junge Menschen ihre Schullaufbahn zwischen Hauptschul-Abschluss, Berufsbildung und Abitur. 89 Lehrkräfte kümmern sich um die entsprechende Bildung. Neu hinzugekommen sind in diesem Jahr zwei Handwerksklassen aus dem Bereich Fliesen-, Platten- und Mosaikleger. „Konkret sind es 26 Schüler in zwei Klassen“, erklärte Christian Ebeling, der mit seinen Leuten das entsprechende Werkzeug vom Zahnspachtel bis zum Fliesenschneider mitgebracht hatte.
Welche Voraussetzungen künftige Mechatroniker und Industriemechaniker mitbringen sollten, erklärte Stephanie Kühne am Stand des Burger Betriebes „pro beam“, ein weltweit führendes Unternehmen im Bereich der Elektronenstrahltechnologie. Die Unternehmensgruppe zählt mehr als 400 Mitarbeiter an sechs Standorten. Zur Kundschaft gehört der europäische Luft- und Raumfahrtkonzern Airbus, der unter anderem die Trägerrakete „Ariane“ baut. Stephanie Kühne: „Wir schweißen die Tankdeckel für die Ariane.“ Klingt noch spannender mit der Ergänzung, dass ein Tankdeckel so groß ist wie ein Klassenzimmer. In Burg zählt das Unternehmen 96 Mitarbeiter und sechs Lehrlinge.
Nicht nur ums Geld geht es bei den Banken im Jerichower Land. Am Stand der Volksbank beantworteten Jana Ahaus und zwei Auszubildende alle Fragen rund um die Welt der Finanzen, inklusive eines Schätzspiels „welchen Wert haben die Münzen im Glas“. Der Autor dieses Textes lag mit seiner Schätzung weit daneben. Zu den 85 Mitarbeitern des Hauses kommen derzeit sieben Auszubildende. Im selben Raum fand Stefan Dreßler seine jungen Kollegen des Landkreises.

Zwei Klassenzimmer weiter hatte die Sparkasse MagdeBurg ihren Infostand aufgebaut. Hier kümmerten sich nicht die Azubis, sondern Maike Kersting und Hannah Brücher um die Fragen der Besucher. Seit der Fusion von Magdeburg und dem Jerichower Land zur Sparkasse MagdeBurg im Jahr 2021 beschäftigt das Institut rund 520 Mitarbeiter. Aktuell befinden sich 51 junge Menschen in der Ausbildung.
Das gilt auch Clara Hofmann in der Burger Knäcke GmbH. Die junge Gerwischerin ist im dritten Ausbildungsjahr zur Fachkraft für Lebensmitteltechnik. Sie kann sich sehr gut vorstellen, im Betrieb zu bleiben. Ihr Arbeitgeber gilt als älteste Knäckebrotfabrik Deutschlands - gegründet 1912 von Ernährungswissenschaftler Wilhelm Kraft.
Auf der Suche nach einem Auszubildenden ist die Stadt- und Kreisbibliothek Genthin, die den Namen des Schriftstellers Edlef Köppen trägt. Leiterin Yvonne Hillmann hatte jede Menge Infomaterial dabei. Und welche Eigenschaften sollte ein künftiger Azubi mitbringen? „Ein Sinn für Ordnung ist von Vorteil. Den Menschen zugewandt, kreativ und kommunikativ sind beste Voraussetzungen für unseren Beruf.“
Weniger um Ausbildung als viel mehr um die Arbeit mit jungen Menschen ging es am Stand der Partnerschaft für Demokratie mit den Koordinatoren Elke Förste und Perry Lukaszczyk. Letzterer sagte zum Alpha-Report: „Wir hatten viele gute Gespräche mit den jungen Leuten.“
BOM - Fotoimpressionen
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P. Werner (Montag, 26 Januar 2026 07:45)
Schönen guten Tag,
der Artikel ist in Ordnung, aber warum sind 10 von 18 Bildern der Fotoimpressionen 90° gedreht, sodass man sie nicht richtig anschauen kann? Es wäre doch besser, wenn die Fotos korrekt angezeigt werden.
Mit freundlichen Grüßen