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Alarmierende Krankheitszahlen: Arbeitnehmer 2,5 Monate nicht im Betrieb

Für euch berichtet Falk Heidel

 

Deutsche Arbeitnehmer fehlen immer häufiger am Arbeitsplatz. Rechnet man Kranken- und Urlaubstage zusammen, fehlen Beschäftigte in Sachsen-Anhalt jährlich mehr als zwei Monate im Betrieb.  

 

In Sachsen-Anhalt sind Arbeitnehmer laut einer Erhebung der Krankenkasse Barmer durchschnittlich 27 Tage krank. Bei AOK-Versicherten sind es sogar 28 Tage. Rechnen wir die durchschnittlich 27 Urlaubstage hinzu, sind Arbeitnehmer jährlich an 54 Tagen nicht am Arbeitsplatz. „Der hohe Krankenstand bleibt ein ernstes Thema. Es ist entscheidend, potenzielle Risiken für Erkrankungen frühzeitig zu erkennen und entgegenzuwirken“, sagt Birgit Dziuk, Landesgeschäftsführerin der Barmer in Sachsen-Anhalt. Rechnen wir mit 22 Arbeitstagen pro Monat, dann sind Arbeitnehmer in Sachsen-Anhalt 2,5 Monate pro Jahr nicht im Betrieb. Oder: 250 Arbeitstage hat ein Jahr im Schnitt. Dann ist ein Beschäftigter rechnerisch an jedem fünften Tag nicht am Arbeitsplatz.

 

Im öffentlichen Dienst sind die Zahlen noch höher. Verschiedene Erhebungen zeigen, dass Beschäftigte im öffentlichen Dienst häufig mehr Krankheitstage haben als der Durchschnitt. Hier pendeln die jährlichen Krankentage bis zu 31 - je nach Dienststelle und Berufsgruppe. Beamte liegen dabei etwas höher als Tarifbeschäftigte. Die Spitze des Eisbergs liegt in der Bundeshauptstadt. In Berlin zeigen Erhebungen, dass Beschäftigte bei Polizei und Feuerwehr im öffentlichen Dienst im Schnitt mehr als 40 Tage pro Jahr krankheitsbedingt fehlen. Diese Zahlen sind bundesweit überdurchschnittlich hoch und stehen im Kontext von hoher Einsatzbelastung, Überstunden und Stress.

 

Am stärksten belastet sind zudem Berufe mit körperlicher Anforderung. Beispiele sind Straßenwärter mit 42 Kranktagen sowie Beschäftigte in der Altenpflege (38 Tage). Akademische Berufe haben deutlich niedrigere Werte. 

 

Insgesamt liegt jedoch Sachsen-Anhalt seit Jahren bundesweit an der Spitze bei krankheitsbedingten Fehltagen. Rückenleiden sind laut Barmer-Studie für die meisten Fehltage verantwortlich. Demnach waren die Beschäftigten im vergangenen Jahr durchschnittlich sechs Tage wegen Rückenschmerzen krankgeschrieben. Birgit Dziuk von der Barmer sagt: „Bewegung ist ein zentraler Faktor, um Rückenproblemen vorzubeugen. Wer überwiegend sitzt und sich wenig bewegt, setzt sich langfristig einem erhöhten Risiko für Erkrankungen des Muskel- und Skelettsystems aus.“

 

Aus der Barmer-Analyse geht zudem hervor, dass die Erwerbstätigen aufgrund psychischer Leiden durchschnittlich fünf Tage krankgeschrieben waren. Erkrankungen des Atmungssystems machten ebenfalls fünf Ausfalltage. Birgit Dziuk: „Seelische Erkrankungen wie Depressionen oder Angststörungen wirken sich oft stark auf die Arbeitsfähigkeit aus. Dazu kommt, dass eine psychische Erkrankung länger anhält als beispielsweise eine Grippe.“ Häufig seien psychische Leiden schwer zu diagnostizieren und würden nicht unmittelbar behandelt, was zu verlängerten Ausfallzeiten führen könne.

 

Die häufigsten Gründe sind bundesweit Atemwegsinfekte, psychische Erkrankungen und Muskel-Skelett-Probleme.

 

Die Unterschiede zwischen den Bundesländern sind gravierend: Während Beschäftigte in Baden-Württemberg 2024 im Schnitt nur 18,5 Tage krankgeschrieben waren, liegt der Wert in Sachsen-Anhalt bei den bereits beschriebenen 27 Tagen – also gut acht Tage mehr. Bayern folgt mit 19,5 Tagen auf Platz zwei der "gesünderen" Länder. Ein Grund: Die Region Sachsen-Anhalt zählt zu den sozial schwächsten, dies spiegelt sich in Arbeitsbedingungen und Gehaltsunterschieden.

 

 

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