Für euch berichtet Falk Heidel
Hanniball: Ein Handball-Maskottchen macht Lust auf mehr. Der Deutsche Handball Bund (DHB) will den Schwung der aktuellen Frauen-Weltmeisterschaft nutzen, um noch mehr Kinder- und Jugendliche für diesen Teamsport zu begeistern. Eine solche Hanniball-Aktion mit 128 Kindern aus sechs Klassen gab es kürzlich in der Genthiner Uhland-Grundschule.
Sie ist kaum 1,40 Meter groß, aber mit dem Handball schon sehr versiert: Die achtjährige Madita Bayer prellt den Ball sehr elegant von der Seitenlinie bis zum Sieben-Meter-Punkt und wirft den Ball dann ins Tor. „Sie macht das überdurchschnittlich gut“, lobt Sportlehrerin Angela Engel, „auf diesem Niveau sind die meisten anderen Kinder noch nicht.“

Aber genau darum geht es bei der Hanniball-Aktion in der Sporthalle der Uhland-Grundschule: „Wir wollen Talente sichten. Und wenn sie Lust haben, natürlich auch fördern“, erzählt Kathleen Asmus. Die Handball-Trainerin beim SV Chemie Genthin gehörte mit Angela Engel, Florian Paschel und Gerd Strozinsky zu einem Betreuerteam, dass mit den kleinen Talenten an verschiedenen Stationen arbeitete. Der Hanniball-Pass ist das offizielle Spielsport-Abzeichen des Deutsche Handballbundes. Er besteht aus fünf Übungen in den Bereichen Werfen/Fangen, Koordination, Schnelligkeit, Zielwerfen und Prellen. Grundsätzlich wollen wir erstmal sehen, ob bei den Kindern ein gewisses Ballgefühl vorhanden ist“, erklärt Handballer Florian Paschel.
Der Hanniball-Pass ist für Kinder von sechs bis zwölf Jahre konzipiert. Er soll Kinder für den Handball begeistern und sie motivieren, ihre handballbezogenen Fertigkeiten auszuprobieren und weiterzuentwickeln. Hanniball war das offizielle Maskottchen der Handball-Weltmeisterschaft der Männer 2007 in Deutschland, bei der sich das deutsche Team den Titel holte. Bis heute ist er das offizielle Maskottchen der Männer-Nationalmannschaft.

Von den 128 Kindern der Klassenstufen drei und zwei haben 23 Schüler die Gold-Stufe geschafft. Sind das die künftigen Handball-Weltmeister? „Vielleicht schaffen sie erstmal den Sprung zu den Handballern des SV Chemie“, sagt Kathleen Asmus. Sie ist Trainerin der B-Jugend-Mädels, die ihre Punktspiele in der Bezirksliga Nord bestreiten. Nach der ersten Halbserie rangieren die Genthinerinnen unter den zehn Teams aus einer Region zwischen Wernigerode und Westeregeln auf Platz sieben. Weitere fünf Teams hat der SV Chemie im Spielbetrieb. Neben den Männern und Frauen (beide spielen in der Bezirksliga), gibt es noch zwei weitere Mädchenmannschaften der D- und E-Jugend sowie eine männliche E-Jugend, die allesamt in der jeweiligen Bezirksoberliga spielen. Die kleine Madita Bayer wirft ihre Tore für die E-Jugend-Mädchen. Hier ist ihre Mama Sophie Bayer die Trainerin. Die Mädchen rangieren aktuell auf Platz sechs. Erst kürzlich hatten sie ihr Heimspiel gegen Kali Wolmirstedt mit 19:10 gewonnen. In den ersten fünf Spielen hat Madita bereits vier Tore geworfen.
Laut Handball-Landesverband konnten durch die Hanniball-Aktion des Vorjahres in Sachsen-Anhalt knapp 7.500 Kinder zum Handballspielen bewegt werden.
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