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Seilbahn für Dretzel und neues Feuerwehrhaus in Gladau

Aus Dretzel und Gladau berichtet Falk Heidel

 

Die Feuerwehren in Gladau und Dretzel sind sehr viel mehr als die vier Grundsätze „retten, bergen, löschen, schützen“. Mit ihren Fördervereinen gestalten sie das Gemeinschaftsleben in den Dörfern und erhalten Traditionen. Sie sind Mittelpunkte der Dorfgemeinschaften. Einige Beispiele:

 

Ein fast unscheinbares schwarzes Paket steht in einer Ecke des Dretzeler Gerätehauses. Das Bündel ist kaum größer als eine Schulmappe. Nach zehn Minuten Aufbauzeit hat sich das dunkle Paket in ein fünf mal fünf Meter großes Schnell-Einsatz-Zelt verwandelt. „Es dient uns für die Einsatzhygiene, also als Umkleide. Oder je nach Herausforderung auch als Standort der Einsatzleitung“, erklärt Dretzels Wehrleiter Andreas Engel. 

Das Schnell-Einsatz-Zelt vor dem Feuerwehr-Depot in Dretzel.
Das Schnell-Einsatz-Zelt vor dem Feuerwehr-Depot in Dretzel.

Das Besondere an Dretzels Wehr: Sechs Atemschutzgeräteträger sind weiblich. Insgesamt zählt die Wehr 19 aktive Einsatzkräfte. Mittelpunkt und Gestalter des Dorflebens ist der Feuerwehr-Förderverein. Zu den größten Projekten dieser Gemeinschaft gehört die stetige und nachhaltige Entwicklung des dörflichen Spielplatzes am Lindenanger. Beachvolleyball, Tischtennis, eine überdachte Sitzgruppe (Waldschänke) sind vorhanden. Die neueste Attraktion ist bereits in Planung: Eine Seilbahn. „Die Idee dazu hatten die Dretzeler Kinder. Eines hat dazu ein Bild gemalt - und so wird es auch umgesetzt“, erzählt Feuerwehrfrau Laura Thiem. Andreas Engel sagt: „Wir gehen davon aus, dass die 25 Meter lange Bahn bis zum Frühjahr stehen wird.“ Er sagt aber auch: „Wenn wir für unsere Feuerwehren oder fürs Dorfleben über die Grundausstattung hinaus etwas bewegen wollen, dann sind wir auf die Unterstützung aus der lokalen Wirtschaft angewiesen.“ Zu diesen Unterstützern gehört die GLAVA GmbH. Die Betreiber-Gesellschaft der örtlichen Schweinezuchtanlage beiteiligt sich mit 2500 Euro an die Finanzierung der Seilbahn (gesamt etwa 7000 Euro) und finanzierte das Schnell-Einsatz-Zelt komplett. „Es liegt als Unternehmen auch in unserem Interesse, dass es im Dorf eine funktionierende und gut ausgestattete Feuerwehr gibt, die sich obendrein noch über den Förderverein um den Zusammenhalt in der Gemeinde kümmert“, sagt Christoph Foth von der GLAVA GmbH.

Die Jugendwehr mit Angehörigen aus Gladau, Dretzel und Schattberge.
Die Jugendwehr mit Angehörigen aus Gladau, Dretzel und Schattberge.

Beim Thema Jugendarbeit gibt es eine Zusammenarbeit der Wehren Dretzel und Gladau. Jugendwart David Wächter bittet seine 18 jungen Wehrangehörigen aus Schattberge, Gladau und Dretzel alle 14 Tage zur Ausbildung. Zum Alltag der Jugendgruppe zählen auch Wettkämpfe und Ausflüge. Andreas Engel: „Wir in Dretzel sind sehr dankbar, dass die Gladauer Kameraden diesen Part übernehmen. Wir alle profitieren davon.“ 

Unterdessen freuen sich die 20 Gladauer Einsatzkräfte auf den Neubau (Anbau) eines Sozialtrakts plus Fahrzeug-Stellplatz. „Wir rechnen mit dem Baustart Anfang nächsten Jahres“, erklärt Wehrleiter Tino Wächter. Im Neubau wird es wie vorgeschrieben eine sogenannte Schwarz-Weiß-Trennung geben, bei der kontaminierte Einsatzkleidung (Schwarzbereich) strikt von sauberer Privat- und Dienstkleidung (Weißbereich) getrennt wird. Dies wird durch räumliche Trennungen im Feuerwehrhaus und spezielle Umkleidespinde realisiert, um die Gesundheit der Einsatzkräfte durch den Schutz vor gesundheitsschädlichen Stoffen wie Ruß und Chemikalien zu schützen. 

Nach Fertigstellung wollen die Gladauer in Eigenleistung die alten Räumlichkeiten umgestalten. Der neue Versammlungsraum wird Wächter zufolge 28 Sitzplätze haben. Im alten Raum gab es lediglich 14. Wächter: „Wir werden neue Küchenmöbel anschaffen und den Sitzungsraum nach heutigen Standards einrichten.“ Auch dabei sind die Feuerwehrleute auf finanzielle Unterstützung angewiesen. Christoph Foth von der GLAVA: „Wir werden uns an der Finanzierung beteiligen. Die Feuerwehr-Fördervereine sind eine wichtige Säule unserer gesellschaftlichen Grundordnung.“ Zuvor hatte das Unternehmen für die Gladauer Einsatkräfte bereits eine Wärmebild-Kamera gesponsert. 

Mit einem Antrag der GLAWA wird sich in diesen Tagen der Genthiner Stadtrat befassen. Es geht um einen sogenannten „Vorhaben bezogenen Bebauungsplan“. „Wichtig für das Unternehmen, um eine nachvollziehbare Planungssicherheit zu gewährleisten“, sagt Christoph Foth, „wir sind  diesbezüglich mit dem Ortschaftsrat im Einklang.“ Inhalt des B-Plans ist die Schweinezucht in der jetzt bestehenden Variante mit etwa 5100 Sauen und 20.000 Ferkeln sowie der ebenfalls bestehenden Biogasanlage, die Bestandteil des örtlichen Wärmekonzepts ist.

 

Bild oben (von links): Marie Engel, Andreas Engel, Christoph Foth, Tino Wächter, Laura Thiem. Foto: Falk Heidel/Alpha-Report

 

 

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