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Weihnachtsmärchen: Frau Holle tourt durchs Land

Für euch berichtet Falk Heidel

 

 

Märchen gehören zum Advent wie der Schnee zum Winter. Das Genthiner Amateurtheater (gat) setzt seine Weihnachtsmärchen-Tradition auch in diesem Jahr fort - als Nachfolgerin von Aschenbrödel vor Jahresfrist schüttelt Frau Holle nun ihre Betten aus.

 

Je gründlicher Frau Holle ihre Betten ausschüttelt, desto mehr schneit es auf der Erde. Also gute Chancen für einen schneereichen Winter im Jerichower Land. Mit diesem Märchen der Gebrüder Grimm geht das Genthiner Amateurtheater ab 29. November auf Tour. Das 20-köpfige Team um Theaterleiter Jürgen Wagner bespielt hauptsächlich im Advent insgesamt acht kleinere Bühnen in Sachsen-Anhalt und Brandenburg. Karten gibt es für einige Veranstaltungen in der Genthiner Tourist-Info.

Frau Holle, alias Cornelia Bessert, bekommt in ihrem Märchenreich zweimal Besuch. Zunächst kümmert sich die fleißige Goldmarie (Amelie Heidel) um die braungebackenen Brote (Erik Anders, Maximilian Tischmacher) und um die überreifen Äpfel (Jan Jeschinski, Philipp Hahnke), ehe das Mädchen bei Frau Holle die Betten ausschütteln darf. Später will auch Pechmarie (Julia Unglaub) ihren gerechten Lohn - den sie tatsächlich bekommt, aber anders als sie sich das vorgestellt hatte.

Nach der garstigen Stiefmutter im vergangenen Jahr bei Aschenbrödel ist Cornelia Bessert diesmal mit Frau Holle auf die Seite der Guten gewechselt. Aber welche Rolle verkörpert sie lieber? „Das Böse zu spielen ist immer eine Herausforderung. Es macht auch mehr Spaß, weil  es weit entfernt von der Realität ist. Aber ich fühle mich jetzt in meiner gutmütigen Rolle auch sehr wohl.“

 

Bild oben: Bei einer Probe noch ohne Kostüme wird Frau Holle (Conny Bessert, vorn) eingerahmt von Pechmarie Julia Unglaub (links) und Goldmarie Amelie Heidel.

Vor einem Jahr spielte das Theater "Aschenbrödel" mit Alicia Haack und Jan-Niklas Bäsler in den Hauptrollen. Fotos: Falk Heidel/Alpha-Report
Vor einem Jahr spielte das Theater "Aschenbrödel" mit Alicia Haack und Jan-Niklas Bäsler in den Hauptrollen. Fotos: Falk Heidel/Alpha-Report

Zum ersten Mal in der über 50-jährigen Geschichte führt Frank Zelmanski (59) alleinverantwortlich Regie, nachdem er sich im vergangenen Jahr die Funktion noch mit Jürgen Wagner geteilt hatte. Dreimal pro Woche bittet er sein junges Darsteller-Team zur Probe in sieben Bildern. Immer wieder korrigiert er Aussprache, Positionen und Emotionen bei seinen Schauspielern zum Beispiel mit einem sanften „Stopp, Stopp - vergiss nicht, auf die rechte Seite des Brunnens zu wechseln!“

 

 

Frau Holle gab es schon einmal in der Genthiner Weihnachtsmärchen-Historie, damals noch im Kreiskulturhaus Volksgarten: „Das war meine Bühnenpremiere 1989 - ich war ein Apfel“, erzählt Zelmanski, der in der Region auch als Chorsänger bekannt ist und beim Märchen im Vorjahr noch den gutmütigen König gab.

 

Vor 36 Jahren spielte Rosemarie Krusch die Goldmarie. Diesmal erlebt die erst zehnjährige Amelie Heidel ihre Premiere in einer Gat-Hauptrolle. Sie meint: „Ich lerne mit jeder Probe dazu und bekomme oft gute Tipps von Frau Holle oder von Kathleen Lemke, die meine böse Stiefmutter spielt.“ Wenn sie nicht auf der Bühne stehen, sind Gold- und Pechmarie sehr sportlich unterwegs. Julia Unglaub ist Verteidigerin bei den Genthiner Borussia-Fußballern, während Amelie im Tanz- und Turnschuppen tanzt. Und manchmal treffen sich beide sonntags bei Laufsport-Wettbewerben auf den Cross-Strecken Sachsen-Anhalts. Julia hatte im vergangenen Jahr als Hahn Kreko bereits ihr schauspielerisches Talent auf die Bühne gebracht.

Zum Emsemble von 1989 gehören mehrere Protagonisten, die nach wie vor aktiv sind. Mit Rita Wagner ist aus der damaligen Stiefmutter die heutige Souffleuse geworden. Dabei waren seinerzeit unter anderem Kerstin Haase, Bärbel Riedel, Lisa Wolf, Iris Stichowski, Wilmut Pflaumbaum, Wolfgang und Elke Gärtner, Cordula Schremmer sowie Thomas Kant und Daniel Steller, um einige Beispiele zu nennen. Regie führte das Theater-Urgestein Eckhard Neumann. Erzähler auf der Bühne war anno 1989 Jürgen Wapniarz. Diese Position hat Medizinstudent Jan-Niklas Bäsler übernommen. Er umrahmt zum Beispiel das Getuschel der Nachbarinnen Alicia Haack, Antje Krüger (Tochter Alma Haar spielt den Hahn) sowie Mia-Darline Wirth. Niedlich anzusehen ist der Tanz der Schneeflocken Hayma-Helene Könnicke, Jara Bessert, Nele Weber und Frieda Besser, den sie mit Angela Engel einstudieren. 

Für Theaterleiter Jürgen Wagner spielen die Protagonisten hinter der Bühne eine entscheidende Rolle: „Ohne sie würde es keine Aufführungen geben.“ Dazu gehören Doreen Jeschinski, Frank-Jürgen Herholdt, Sebastian und Robert Franz, Mandy Tischmacher und Sophie Nedwidek. 

 

 

Frau Holle: Weihnachtsmärchen-Termine

29. November, 14.30 Uhr, Uhlandschule

30. November, 14.30 Uhr, Kade, Pflaumbaum

7. Dezember, 14 Uhr, Kirchmöser, Die Stube

13. Dezember, 16 Uhr, Möckern, Stadthalle

14. Dezember, 15 Uhr, Tucheim „Zum Fiener“

24. Dezember, 14.30 Uhr, Uhlandschule

6. Januar, 14.30 Uhr, Uhlandschule

 

 

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