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Warum die Tucheimer ihren Jugendklub schätzen

Aus Tucheim berichtet Falk Heidel

 

30 Pokale stehen auf der Anbauwand im Eingangsbereich des Tucheimer Jugendklubs. „Wir sind ein sportliches Dorf“, sagt Marina Wöhling. Das trifft sowohl auf den Klub, als auch auf den Ort als Ganzes zu. Immerhin hat das Dorf unter anderem mit Fußball, Volleyball, Tischtennis und vor allem dem Motorsportclub ein riesiges Spektrum an Sportsektionen. Deutschlandweit bekannt ist Tucheim durch das Enduro-Event „Rund um den Fiener“. Dieses Rennen ist Teil der internationalen Deutschen Meisterschaft in dieser Motocross-Sportart. „Alle, die nicht in Vereinen organisiert sind, toben sich bei uns im Klub aus“, erzählt die Leiterin des Hauses. Beispielsweise fahren die jungen Klubbesucher mit ihren Rädern über einen Teil der Motocross-Strecke.

Dass sie sportlich sehr erfolgreich unterwegs sind, haben die Jugendklub-Starter kürzlich bei der Genthiner Matsch-Wolke bewiesen. Das Sextett mit Luca Schwarz, Leonie Hamann, Amelie Frenzel, Leopold Wolf sowie Liam Wöhling und Andreas Sauermilch gewann die Teamstaffel als „Teufel-Flitzer“ auf der 1500-Meter-Distanz. Die Matsch-Wolke ist ein staubig-schlammiger Hindernislauf auf der Cross-Strecke am Genthiner Rodelberg. „Unsere Teams sind seit 2018 dabei, also von Anfang an“, erklärt Marina Wöhling. Gewonnen haben die jungen Tucheimer einen Siegerpokal, Urkunden mit persönlichen Fotos vom Start und den ersten Teil einer Medaillen-Triologie.

Leonie Hamann freut sich schon jetzt auf die fünfte Genthiner Matsch-Wolke am 20. August: „Ich möchte den Medaillensatz unbedingt komplettieren.“ Auch ihre Mutti Claudia war am Start, nicht für den Jugendklub, sondern für die Burger Stadtverwaltung. Ebenso wie Melanie Schwarz, deren Sohn Luca zu den schnellsten Matsch-Läufern gehörte. Ansonsten ist der Neunjährige ein Stürmer bei den Fußballern namens Fläminger Füchse. Klar, dass Luca eine echte Sportskanone ist - Mutti Melanie war früher sehr erfolgreich im Sprintbereich unterwegs.

Aber natürlich geht es nicht nur im Sport im Jugendklub Tucheim. Sozialarbeiterin Marina Wöhling leitet den Laden seit 1988. Damals war der Standort noch neben der Tankstelle an der Ziesarstraße. Doch Tanke und Klub sind schon lange verschwunden, auf dem Gelände steht jetzt ein großer Döner-Imbiss. 1994 ist Marina Wöhling mit ihren Schützlingen und dem Inventar an den heutigen Standort umgezogen, dem ehemaligen Lehrlingswohnheim der Agrargenossenschaft: „Das war an einem Freitag im Mai“, erinnert sich die Leiterin. So wie ihre Kinder heute, gehörten Melanie Schwarz und Claudia Hamann zu den Klubbesuchern. Letztere hat am aktuellen Standort auch ihre Abitur gefeiert. Marina Wöhling hat mehrere Generationen betreut. Alle fünf Jahre gibt es ein Ehemaligentreffen. Sie sagt: „Die ältesten Klubbesucher von damals sind jetzt Mitte 50.“ Die Chefin ist mittlerweile 63 und bereitet ihren Ruhestand vor: „Ende April ist Schluss. Bis dahin möchte ich meinen Nachfolger einarbeitet haben.“ Von „Ruhe“ ist sie dennoch Lichtjahre entfernt. Die vergangenen Corona-Monate hat sie für eine komplette Umgestaltung des Flurs und einiger Räume genutzt. Auffällig ist ein kreativer und trotzdem aufgeräumter Stil, den jeden Tag durchschnittlich 20 junge Besucher zu schätzen wissen. Nach Corona steht ein Besuch im Feuerwehrtechnischen Zentrum des Landkreises in Burg an. „Sie weiß, wie man mit jungen Leuten umgeht, auch wenn sie nicht immer pflegeleicht sind. Zudem hat sie sich in all den Jahren immer wieder neu erfunden“, sagt Claudia Hamann über Marina Wöhling, die bald zu den Ehemaligen gehören wird.

 

 

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